Besuch des Asklepios Museums

25.03.2016 Wie aus einer kleinen Chirurgie-Mechaniker-Werkstatt aus dem Jahr 1867 der weltgrößte  Hersteller von chirurgischen Instrumenten, die Firma Aesculap in Tuttlingen, wurde, konnten die Besucher des Schwarzwaldvereins Schwenningen anlässlich des Besuchs im Museum Asklepios sehen.

Als Gäste des größten Unternehmens in Tuttlingen wurden sie zunächst vertraut gemacht mit Hippokrates, dem Begründer der abendländischen Heilkunde. Wer mag, kann dessen Gedanken zur ärztlichen Berufsethik in Auszügen aus seinem Werk  nachlesen und wird so in die Thematik des Museums eingestimmt.

Der Besucher tut alsbald einen großen Schritt in die Moderne und  blickt in einen Operationssaal des 19. Jahrhunderts, wo Röntgentechnik und Narkose bereits Einzug gehalten haben. Ebenso die keimfreie Aufbereitung der Instrumente, ein großes Betätigungsfeld für das Unternehmen Aesculap.

Wie eine Beinamputation im deutsch-französischen Krieg 1870/71 vonstatten gegangen sein mag, ist ebenfalls dargestellt mit den dazugehörigen Militärbestecken aus Tuttlingen.

Seit 1899 trägt das Unternehmen, vormals Jetter und Scheerer nach den Gründern benannt, den Namen Aesculap. 1914 waren 1751 Mitarbeiter hier beschäftigt, doch zwei Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise dazwischen bremsten den Aufschwung, der zu einem Tiefstand der Arbeitnehmerzahl im Jahr 1966 führte. 

Auf Fortschritte in der Medizin mit neuen Spezialdisziplinen in der Chirurgie reagiert man in Tuttlingen mit neuen Produkten für Herz- und Gefäßchirurgie, Arthroskopie und Mikrochirurgie sowie Hüftgelenksprothesen. Knieprothesen gesellen sich später noch hinzu. Die Nachfrage  der Krankenhäuser und Arztpraxen nach diesen Hilfsmitteln  steigt, ebenso verschafft eine neue Hygieneverordnung dem Unternehmen in Tuttlingen Aufträge für sehr viel  mehr Instrumente und Verpackungscontainer. 

Alsbald benötigt die Mikrochirurgie grazilere Instrumente, es werden Operationsmikroskope hergestellt, darüber hinaus flexible Instrumente, später nimmt die minimalinvasive Chirurgie ihren Aufschwung.

Mehr als 20.000 verschiedene Instrumente und Geräte gehören heute zur Produktpalette des Unternehmens mit 3.500 Arbeitnehmern. Einfache  Erzeugnisse werden heute in Asien hergestellt.

Im Museum ist eine große Auswahl aus den vergangenen 50 Jahren zu sehen. Aesculap, seit 1976 eine Sparte des B. Braun-Konzerns,  bietet vierteljährlich bei „Patiententagen“ eine Information für potenzielle Patienten rund um Gelenkersatz für Hüfte und Knie an. Das Museum Asklepios ist jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat nach Voranmeldung zu besichtigen.

Beim Schwarzwaldverein Schwenningen gehören Besuche von Museen oder anderen kulturellen Einrichtungen zum Jahresprogramm. Nach einer Führung durch Konstanz mit Dr. Anja Rudolf, dem Besuch des Polizeimuseums in Stuttgart war Tuttlingen heuer die dritte Station.

Im Oktober begibt man sich auf die Spur des oberschwäbischen Barock. Hierzu gibt es am 23. September einen Einführungsvortrag von Klaus Herzer bei der Senioren-VHS. Am 26. Oktober wird die Chrysanthema in Lahr besucht, am 16. November die Druckerei Esslinger in ihrem neuen Gebäude in Villingen und am 27. November die Schokoladenfabrik Frey im schweizerischen Buchs. Den Abschluss der Besichtigungsfahrten bildet am 4. Dezember der Besuch im Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten.