Kinderferienprogramm beim Schwarzwaldverein

Seit vielen Jahren gehört der Schwarzwaldverein Schwenningen zu den Mitgestaltern des städtischen Ferienprogramms. Dabei ist man bestrebt, den Kindern die Natur nahezubringen und sie an der frischen Luft zu bewegen.

Am Mittwoch waren daher 15 Kinder auf den Antonihof in Bad Dürrheim eingeladen. Der nach Bioland-Regeln betriebene Hof wird von den studierten Landwirten Christoph Trütken  und Birgit Strohmeier betrieben.  Die Bäuerin nimmt sich gerne einmal Zeit, Schulklassen oder andere Kindergruppen auf dem Hof zu empfangen und sie mit den Tieren  vertraut zu machen.  So auch die Gruppe aus Schwenningen, die gleich am Hofeingang mit einem Schild „Herzlich willkommen“ geheißen wurde. 

Birgit Strohmeier muss sich ihren ausgefüllten Arbeitstag gut einteilen, deshalb war auch das für die Kinder vorbereitete Programm gut durchgeplant, und nebenbei erhielten sie eine Menge Informationen über Tiere, Getreide und vor allem artgerechte Haltung auf einem Biohof.

Da Brötchen-Backen zum Nachmittagsprogramm gehörte, wurde zunächst das hofeigene Getreide zu Mehl gemahlen. Die Kinder erfuhren dabei, dass Dinkel das Lieblingsgetreide der Bäuerin ist. Später auf dem Feld konnten sie es in Natura sehen. „Es wird nicht kurzgespritzt“, erläuterte die leidenschafltiche Landwirtin dabei. Tatsächlich stehen die Ähren noch auf langen Halmen.

Daneben findet sich ein Feld mit Hafer und Triticale, einem Futtergetreide und – selten auf der Baar wegen ungünstiger Bodenverhältnisse – ein Kartoffelfeld. Die Kinder durften einmal nachsehen, ob die „Erdäpfel“ schon reif sind. Waren sie aber nicht. Und manche  sahen wohl zum ersten Mal die Kartoffelkäfer, welche von den Bauern täglich per Hand abgelesen werden, um die Frucht vor Schaden zu bewahren. Übrigens ein Leckerbissen für die 300 Hühner auf dem Hof.

Doch zurück zum Brotbacken: Ein Vorteig musste angerührt werden aus Hefe, Wasser und Mehl. Schließlich kommt noch Salz zum Mehl,  und durch langes Kneten entsteht dann ein schöner Teig, der aber noch einmal ruhen muss.

Zeit, um die  Hasen mit reichlich Löwenzahn zu füttern. Auch die Hängebauchschweine Rosa und Walter warten auf eine Streicheleinheit von den Kindern. 

Schließlich dürfen sie  in den Ammenstall, wo etwa 40 Kälber auch von den Kühen trinken können, die nicht ihre Mütter sind. „Aufpassen“, warnt Brigit Strohmeier. Auf dem Antonihof dürfen  die Kühe ihre Hörner behalten. Deshalb nicht zu nahe rangehen.

Diese natürliche Tierhaltung ist dem Landwirtsehepaar wichtig, die Kühe brauchen allerdings etwas mehr Platz im Stall.

Etwa 5000 bis 6000 Liter Milche gibt eine Kuh auf dem Antonihof. Den beiden Landwirten ist die Biohaltung wichtig, das bedeutet, die Tiere bekommen hauptsächlich Gras zum Fressen keine Zusätze.  Mit Getreide und Silo könne man die Milchleistung auf 10000 Liter erhöhen, aber das sei nicht so gut für den Magen der Kühe, weiß  Birgit Strohmeier.

Dann sollte der Brotteig reif für die Bearbeitung sein. Jedes Kind bekam ein Stück Teig, den es formen konnte. Ein Blech voll Brötchen schob Birgit Strohmeier dann in den Steinofen.

Nun wollten die 300 Hühner gefüttert werden. Dafür sammelten fleißige Kinderhände zunächst eine Menge Gras, doch die Bäuerin brachte auch noch einen Eimer voller Getreide, welches die Kinder dann mitten unter dem Federvieh ausstreuen durften. Eine etwaige Angst verlor sich rasch als sie merkten, wie einfach sich so ein Huhn auf den Arm nehmen ließ.

Dann war es Zeit, die Brötchen aus dem Ofen zu holen. Ein paar Kräuter aus dem Garten geholt und in den selbstgemachten Quark gerührt – das war die richtige Beilage für das Gebäck. „Lecker“ hörte man immer wieder rufen, auch die Milch vom Hof bekam gute Noten.

Dann neigte sich der Nachmittag dem Ende zu. Birgit Strohmeier lud die Kinder ein, wieder zu kommen, um die Tiere anzusehen. Und im November werde es auch einen Hofladen auf dem Antonihof geben, kündigte sie an.

Nach einem erlebnisreichen Nachmittag  machte sich die Gruppe schließlich wieder auf den Heimweg, um vom Busbahnhof in Bad Dürrheim nach Schwenningen zurückzufahren.