"Knacke den geheimen Code der Azteken" beim Ferienprogramm

13.08.2017 Eine besonders knifflige Aufgabe hatte der Schwarzwaldverein Schwenningen im Rahmen des städtischen Ferienprogramms am Mittwoch einer Kindergruppe gestellt: „Knacke den geheimen Code der Azteken“ hieß es im Donaueschinger Kinder- und Jugendmuseum. „Azteken, wer weiß was das ist?“, fragte die Museumsmitarbeiterin Anna Hall in die Runde, die, in weiße Forscherkittel gekleidet  auf dem Boden Platz genommen hatte.

 

Klar, ein altes Volk in Mittelamerika, dem Gebiet des heutigen Mexikos, wussten einige der Jungen und Mädchen. Und was ist ein Code? Das  weiß man Im Zeitalter von Computer und Smartphone natürlich auch. Eine solch geheime Zahl, im speziellen Fall ein Rezept, hatte laut einem Märchen der Aztekengott Mexitli für die Herstellung von Schokolade. Und diesen Code sollten die Kinder nun knacken, zuvor aber die Rezeptteile im gesamten Museum, einer angenommenen Höhle, suchen.

Vor allem den Rohstoff Kakao braucht man, um Schokolade herzustellen. Und der wächst, da war man sich schnell einig in Kakaofrüchten auf Bäumen im tropischen Regenwald, also auch in Mexiko.

 

Nachdem die Rezeptfragmente gefunden waren, mussten die Kinder die Schriftzeichen der Azteken entschlüsseln  und siehe da: es ergaben sich Hinweise auf die Zutaten und die Herstellung der süßen Leckerei: Kakaobutter, Kakao, Puderzucker und Milchpulver mussten sie nun genau abwiegen. Die Kakaobutter wurde in Töpfen auf dem Herd geschmolzen, dazu der Kakao,  und dann wurden portionsweise Puderzucker und Milch hineingerührt.

„Portionsweise“ hatte  Anna Hall ausdrücklich betont, doch ein bisschen ungeduldig  schüttete ein Junge den ganzen Becher Puderzucker in den Topf. Die Folge: ein dicker, zäher Brei, den die Köchinnen und Köche mühsam wieder glatt rühren mussten. Eine zusätzliche Portion Kakaobutter half dabei. „Conchieren“ nennen die Schokoladenhersteller das gründliche Durchrühren der braunen Masse, um ihr einen zarten Schmelz zu verleihen. 

 

Anna Hall hatte zuvor noch den Kindern erzählt, wie der Kakao hergestellt wird, damit er in europäischen Tassen und als feste Schokolade seinen leckeren Geschmack entfaltet. Die Bohnen in den Kakaofrüchten werden nach der Ernte zunächst „fermentiert“, das bedeutet, sie werden auf dem Boden unter Banananblättern einem Gärungsprozess unterzogen und vor dem Transport nach Übersee getrocknet. Dabei erhalten sie ihre braune Farbe. Beim Mahlen der Samen tritt ein Öl aus, die Kakaobutter, übrig bleibt als Pulver der Rohstoff Kakao.

 

Nun galt es, die gerührte  Masse in Silokonformen zu füllen und geduldig zu warten, bis sie fest wurde. Derweil hatten die Kinder Zeit, sich im Haus  gründlich umzusehen und die anderen Angebote auszuprobieren. Hier, in der alten Hofbibliothek in Donaueschingen, wurde vor etwa vier Jahren von  Konrad Hall aus Aasen das Kinder- und Jugendmuseum  eröffnet, das sich mittlerweile eines großen Zuspruchs erfreut und in der heimischen Industrie und von Institutionen viel Unterstützung erfährt. Es bietet Workshops für Schulen und private Gruppen in vielerlei Wissensgebieten wie Natur, Technik, Mensch. Überall dürfen die Besucher experimentieren und spielen.

 

Dann aber war es Zeit, die Schokolade aus dem Kühlschrank zu holen und in die zuvor noch bunt bemalten  Kartons zu verpacken. Manch ein Brocken, der dabei abfiel, wurde gleich  probiert. „Lecker“, war das Geschmacksurteil der Kinder. Sie konnten mit einer neuen Erfahrung den Heimweg mit dem Ringzug antreten.