Der Schwarzwaldverein erkundete Ostfriesland und zwei seiner Inseln

05.08.2016 Vierundvierzig unternehmungslustige Mitglieder und Freunde des Schwarzwaldvereins Schwenningen lernten auf einer abwechslungsreichen Reise das ursprüngliche Ostfriesland kennen. Vom zentral gelegenen Standquartier in Wiesmoor fanden zahlreiche Ausflüge in die verschiedenen Regionen statt. 

Der Besuch des „Torf- und Siedlungs- Museums“ in Wiesmoor vermittelte Einblicke in das Leben der sog. Moorkolonisten, den ersten Siedlern des damaligen ostfriesischen Zentralhochmoores. Nach der Kolonialisierung und dem Bau der Fehnkanäle wurde das Moor zur Energiegewinnung abgetorft. Letztendlich entstand aus dem Torf im eigens dafür gebauten Kraftwerk Strom. Mit der Abwärme konnten später Gewächshäuser für Gemüse und Blumen beheizt werden.

Von Bensersiel aus erreichte man mit der Fähre die komplett autofreie Insel Langeoog, die erste Fair-Trade-Insel Deutschlands. Bei einer Rundfahrt mit der Pferdekutsche lernten die Teilnehmer den beschaulichen Ort Langeoog mit seinen Sehenswürdigkeiten kennen, wie z. Bsp. das reetgedeckte Lale-Andersen-Haus und den hinter einer grünen Dünenlandschaft gelegenen weißen Sandstrand. Das Inselwahrzeichen, der Wasserturm, war bei herrlichem Sonnenschein Ziel und Aussichtspunkt einer Strandwanderung. 

Die Fahrt entlang der Fehn-Route führte zum Emssperrwerk, eines der modernsten Sperrwerke Europas. Es verbessert den Schutz vor Sturmfluten. Seine Staufunktion sichert die so wichtige Flexibilität des Schifffahrtsweges zwischen Papenburg und Emden und erhält somit die Wirtschaftskraft der Region. Der Ratsdelft ist der ursprüngliche Hafen von Emden, heute ein Museumshafen mit dem Feuerschiff „Deutsche Bucht“ und dem Seenotrettungskreuzer „Georg Breusing“. Von hier aus startete man zu einer Hafenrundfahrt, vorbei an der Verladestation von Volkswagen. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch des Fischerdörfchens Greetsiel mit seinen malerischen Backsteinfassaden und dem Krabbenfischerhafen.

Die Insel Norderney ist fünf Kilometer vom Festland entfernt und besitzt das älteste Seebad Deutschlands. Das erste Kurhaus wurde bereits um 1800 gebaut. Hier wurde auch die Thalasso-Therapie erfunden. Bei Kaiserwetter begeisterte eine ausgedehnte Strandwanderung von der „Weißen Düne“ zum Städtchen Norderney. 

Ziel einer weiteren Fahrt war die Meyer-Werft in Papenburg, die international zu den modernsten Werften zählt. In zwei riesigen überdachten Baudockhallen von 370 m bzw. 504 m Länge werden Kreuzfahrt- und Spezialschiffe gebaut. In Planung ist derzeit ein Luxusliner für über 6000 Passagiere und etwa 2000 Besatzungsmitglieder. Mehr als 3300 direkt Beschäftigte und tausende Mitarbeiter der Zulieferer sind am Bau der Schiffe beteiligt. Die Meyer-Werft ist somit der wichtigste Arbeitgeber in der Region.

Ein Erlebnis der besonderen Art war die Fahrt nach Neuharlingersiel, verbunden mit einer Wattwanderung bei günstiger Tide. Watt bedeutet seichte Stelle und ist das Land zwischen dem Festland und den Inseln. Es bietet Lebensraum für 6000 verschiedene Lebewesen zuzüglich der Mikroorganismen. Seit 2009 ist der Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ UNESCO Weltnaturerbe. Eine Fahrt auf dem Deich bei Horumersiel ermöglichte einen Blick auf die verschiedenen Entwicklungsstufen der Salzwiesen, die auch grüner Saum der Nordsee genannt werden.

Zum Abschluss der Woche stand das 1000 Jahre alte Residenzstädtchen Jever mit seinen bunten Fassaden und verwinkelten Altstadtstraßen auf dem Programm. 

Mit vielen unvergesslichen Eindrücken und etwas Wehmut im Gepäck, kehrten die Teilnehmer wohlbehalten in die Heimat zurück.