Wider die Treibhausgase

01.10.15 Emsiges Treiben herrschte am Morgen des 26. September auf dem Schwenninger Moos: Freiwillige Helferinnen und Helfer des Schwarz-waldvereins und des BUND hatten sich vor-genommen, durch Wassersperrenbau wieder ein Stück zur Wiedervernässung des wertvollen Moor-geländes beizutragen.

Ziel des Sperrenbaues ist es, das über Gräben aus dem Moos abfließende Wasser im Naturschutzgebiet zu halten, denn nur mithilfe von Wasser kann das Moor weiter wachsen. Die zu schließenden Gräben hatte zuvor Claus Ding vom BUND bereits erkundet, und die 14 Frauen und Männer, vom Schüler bis zum Rentner, hatten für die nächsten fünf Stunden reichlich zu tun. Erst hieß es, die vorbereiteten schweren Nut- und Federbretter aus haltbarem Douglasienholz an die entsprechenden Arbeitsplätze zu tragen, denn mit schweren Fahrzeugen darf das empfindliche Moor nicht befahren werden. Vor allem Dieter Kohnle war es dann, der den sieben Kilo schweren Hammer schwang, um die Hölzer in den Boden zu treiben. Derweil grub eine andere Mannschaft größere Löcher ins Moor, damit die fertige Wassersperre mit dem ausgehobenen Boden abgedeckt werden konnte. Im Laufe der Zeit soll die Sperre dann einwachsen.

Zwei solcher Sperren wurden am Samstagvormittag eingebaut, nicht zuletzt auch zur Freude von Karl Schmid, dem langjährigen Naturzschutzwart des Schwenninger Schwarzwaldvereins, der seine Arbeitskraft wie viele andere Mitglieder der Ortsgruppe schon seit Jahrzehnten in den Dienst des Schwenninger Mooses stellte.

Bekanntlich haben unsere Vorfahren das Schwenninger Moos nach dem Krieg gezielt durch Wassergräben entwässert, weil sie Torf als Heizmaterial abbauen wollten. Diese alten Entwässerungsgräben, insgesamt 28,4 Kilometer, lassen sich auf Luftbildern gut ausmachen. Inzwischen hat man erkannt, dass durch die Entwässerung das wertvolle Moos vernichtet wird. Anstatt der Umwelt zu helfen, werden Moose auf diese Weise zum „Klimakiller“ und stoßen schädliche Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Lachgas aus. Wachsende Moore hingegen entziehen dem Klima die schädlichen Treibhausgase. Allerdings: Das Moor wächst in einem Jahr nur um einen Millimeter!

Nach dem samstäglichen Einsatz ist daher die Arbeit zur Rettung des Schwenninger Mooses noch lange nicht beendet. Der BUND hat bereits für den 17. Oktober einen weiteren Pflegeeinsatz angesetzt, und im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes wird ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt, der weite- re Maßnahmen vorsieht.

Möglich gemacht wurde der Einsatz durch finanzielle Unterstützung der Stiftung Natur und Kulturland-schaft des Schwarzwaldvereins, welche das not-wendige Material bezahlt hat. Die Schwenninger Ortsgruppe hat die Verpflegung der fleißigen ehrenamtlichen Helfer übernommen. 

Mitglieder des Schwarzwaldvereins beim Wassersperrenbau
Mitglieder des Schwarzwaldvereins beim Wassersperrenbau