Besondere Auszeichnung

03.03.2016 Eine besondere Auszeichnung wird es bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Schwarzwaldvereins Schwenningen am 5. März geben: Für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz soll Hans Müller zum Ehrenmitglied ernannt werden.

Mitstreiter wie Hans Müller finden Vereine nur noch selten. 1961 dem Schwenninger Schwarzwaldverein beigetreten, stellte er sich fortan dort in den Dienst, wo er gebraucht wurde. So brachte er seine Erfahrungen aus der Arbeit im Stadtjugendring als Jugendwart ein. 1977 wurde der Posten des Wegewarts vakant, seither ist Hans Müller für die Betreuung der Wege verantwortlich. Und schon viel früher, nämlich 1962, wurde er auch Wanderführer.

Die Wegearbeit forderte in den 70er-Jahren die Schwenninger Ortsgruppe wesentlich mehr als heute: Hans Müller setzte seine Rauten auf dem Ostweg bis nach Geisingen und Blumberg, war bei der Ruine Wildenstein tätig oder zwischen Nordstetten und Weilersbach und mitunter bis nach Rottweil.

Wegearbeit heißt aber nicht nur die Wege zu markieren: Es gilt immer wieder Kontrollgänge zu unternehmen, ob es Gefahrenstellen gibt, ob ein Zeichen zugewachsen oder gar verschwunden ist. „Jeden Karsamstag habe ich damit angefangen“, schildert Hans Müller seinen alljährlichen Einsatz. „Und nicht wenige Male hat es geschneit. Das Wetter spielte keine Rolle“. Mehr als 100 Wegekilometer kamen damals schon zusammen – Hans Müller hat seine Protokolle von damals noch alle greifbar. „Da war im Rucksack kein Vesper, sondern das Material – Rauten, Pfeile, Wegeschilder und mehr. Und immer begleitete ihn Ehefrau Hannelore und später auch die gemeinsame Tochter.

Heute hat er es wesentlich leichter, seit es in Bad Dürrheim eine Ortsgruppe gibt und die Ortsgruppe Blumberg einen eigenen Wegewart stellt. Besonders gern erinnert sich der heute 80-Jährige an die Zeit um das Jahr 2000, als der Schwarzwaldverein begann, das einheitliche Markierungssystem ein-zuführen: 24.000 Wegekilometer im Schwarzwald bekamen neue Schilder, und die örtlichen Wegewarte lieferten dem Hauptverein dafür die notwendigen Daten und übernahmen in Zusammenarbeit mit den Forstämtern die Beschilderung. „Da war große Sorgfalt gefordert“, denkt Hans Müller an diese Zeit zurück.

Diese Sorgfalt verwendet er auch auf seine Wanderungen. Gleich nach Vereinseintritt übernahm er Führungen, lernte Kartenlesen und studierte die Landschaften. Kein Wanderführer des Schwenninger Schwarzwaldvereins kennt sich so gut aus wie er. Der nunmehr 80-jährige Hans Müller ist das Paradebeispiel für die Thesen, wonach Wandern bildet und überdies gesund ist. In den nunmehr 54 Jahren hat er alles Wissen aufgesaugt und sich autodidaktisch auf allen Gebieten gebildet, sei es Botanik, Geologie, Landesgeschichte und vieles mehr. „Der Verein hat mir viel gegeben“, weiß er diese Tatsache zu schätzen und hört nicht auf zu forschen. Er liebt die schmalen, naturbelassenen Wege, die dürfen für den Wegewart auch durchaus unmarkiert sein.

Das Bestreben nach immer mehr Premiumwander-wegen und Genießerpfaden schätzt er gar nicht und schreibt es dem Zeitgeist zu. Und wo wandert der in Bad Dürrheim wohnhafte Hans Müller mit seiner Frau Hannelore am liebsten? „In Öfingen, da hat man eine wunderbare Aussicht und schaut auf 250 Millionen Jahre Erdgeschichte“.

Wegewart Hans Müller bei der Markierungarbeit
Wegewart Hans Müller bei der Markierungarbeit
Hans Müller als begeisterter Bergwanderer
Hans Müller als begeisterter Bergwanderer